Rollifahrer auf dem RS1 / Radweg Rheinische Bahn bei Essen

Beschreibung

Der Radschnellweg Ruhr (RS1) wurde auf der Rheinischen Bahn als etwa 5 m breiter Asphaltweg errichtet (nur Luftbildmessung via Google Earth). Während meiner Erkundungsfahrt im Jahr 2016 fühlte ich mich auf dieser breiten Asphalttrasse schon etwas "verloren". Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr habe ich während meiner Probefahrt nicht erlebt. Es war während meiner Fahrt allerdings nicht so viel los.

Ob dieser Rollifahrer und auch der sonstige Fußverkehr den RS1 aber beispielsweise in 10 Jahren noch entspannt und sicher nutzen können, ist für mich persönlich komplett unklar. Auf der einst zweispurigen Bahntrasse wäre meiner Meinung nach genügend Platz gewesen, gleich eine Separation zwischen Rad- und Fußverkehr zu verwirklichen.

Das FGSV-Arbeitspapier zu Radschnellverbindungen empfieht 4 m reine Radverkehrsfläche und 2,5 m separate Fußverkehrsfläche. In Anbetracht der aktuellen Verkehrsmenge auf dem RS1 wäre ich auch mit 3 m Breite als reine Radverkehrsfläche erst einmal völlig zu frieden gewesen. Sinnvoll ist es meiner Meinung nach Radschnellverbindungen von vorn herein (wenn der entsprechende Platz zur Verfügung steht) auf Ausbaubarkeit zu planen. Beispielsweise erst einmal nur 2,5 bis 3 m als Radverkehrsfläche plus mindestens 2 bis 2,5 m breiter Gehweg. Sollte der Radverkehr dann weiter steigen, kann man dann immer noch auf 4 m Breite (oder in Ausnahmefällen auch mehr Breite) für die Radverkehrsfläche gehen.

Nun, den Rollifahrer konnte ich hier 2016 aufgrund des leeren Weges problemlos mit 2,5 m Seitenabstand sicher überholen. Sicherer wäre es für den Rollifahrer aber auch bereits heute, wenn er hier einen eigenen, asphaltierten Gehweg mit bespielsweise 2 bis 2,5 m Breite nutzen könnte. Daneben hätte mir abgetrennt durch einen Grünstreifen eine 3 m Breite Radfahrbahn erst einmal völlig genügt. Es kommt aber wohl bereits heute auf dem RS1 mit rücksichtslosen Radfahrenden zu Problemen: https://www.waz.de/staedte/essen/essener-polizei-faehrt-auf-dem-radschnellweg-streife-id210517607.html

In Anbetracht der breiten Asphaltstrecke mit kombinierten Rad- und Fußverkehr auf einer Radschnellverbindung verwundert mich das jetzt auch nicht. Beispielsweise errichtet Freiburg nur ein System aus "Radvorrangrouten". Im Dreisamtal sind die Platzverhältnisse oftmals räumlich sehr viel beengter, als auf der Rheinischen Bahn des RS1. Deshalb ist eine Separation aus Platzgründen hier in Freiburg nicht überall möglich. In diesem Abschnitt des Dreisamuferwegs wurde die Separation aber verwirklich: https://qimby.net/image/336/freiburg-im-breisgau-rad-vorrang-route-fr1-dreisamuferweg

Hier hat der Fußverkehr eine eigene, sichere Verkehrsfläche. Und die Strecke des Dreisamuferwegs in Freiburg wirkte durch den Grünstreifen auf mich auch viel Ansprechender, als die 5 m breite Aspaltstrecke des RS1 oben im Motiv von Essen. Hier in Freiburg sind in der Summe mit 5,5 m (Radbereich 3 m und Gehbereich 2,5 m) aber in etwa ähnliche Wegbreiten verwendet worden.

Dieses Motiv aus Kopenhagen zeigt ebenfalls sehr schön, dass eine Separierung mit Grünstreifen aus gestalterischen Aspekten auch schöner wirkt: https://qimby.net/image/208/radschnellweg-super-bikeways-kopenhagen

Auf dem RS1 fand ich mit Stand 2016 immerhin in Teilen diese Separation mit Schotterweg: https://qimby.net/image/661/separation-am-rs1-stadtgrenze-essen-von-muhlheim-kommend. Der Rollifahrer würde hier aber wahrscheinlich verständlicherweise weiterhin die Radfahrbahn nutzen.

Sonst zum Thema "System Radverkehr" aus den Niederlanden: https://qimby.net/image/659/groningen-radfahrbahn-am-damstertiep-mit-sozialsicherer-unterfuhrung

Sogar diese lokale Radroute im niederländischen Enschede besitzt eine Separation Fuß- und Radverkehr: https://qimby.net/image/663/enschede-nahmobilitatsverbindung-am-de-groene-bogen-22

Mit Stand 16-05-2017 steht hier: http://www.rs1.ruhr/radschnellweg-ruhr-rs1/bauen.html "Für den bereits vorhandenen Radweg "Rheinische Bahn" von der Uni Duisburg-Essen, Campus Essen, bis zum Hauptbahnhof Mülheim ist zurzeit ein Upgrade geplant. Der Weg muss in Breite und Belag den Anforderungen eines Radschnellwegs angepasst werden. " -> es geht dabei wohl u. a. um den Bau einer neuen Brücke amBerthold-Beitz-Boulevard. Ob auch die Strecke hier insgesamt überplant wird, ist nicht näher erwähnt.



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Dirk Schmidt

Dirk Schmidt

geboren 1978, interessiert sich für viele Themen rund um die Mobilität

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Modell Canon EOS M

Objektiv EF-M18-55mm f/3.5-5.6 IS STM

Brennweite 18mm

Verschlusszeit 1/1000

Blende F5

ISO 100

Aufgenommen am Wed, Aug 31, 2016 11:55 AM

Schlagworte

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